Wie Ihr vielleicht nicht wisst, haben wir in Mexiko einen neuen Präsidenten. Na gut, eigentlich haben wir sogar zwei neue, einen "gewählten" und einen "rechtmässigen", aber eben keinen "rechtmässig gewählten" (bitte stellt keine weiteren Fragen, die Sachlage ist schon kompliziert genug).
Das Problem war dann, den "Gewählten" zu vereidigen, denn die Fans vom "Rechtmässigen" wollten bei der Zeremonie so richtig die Sau rauslassen, und die Fans vom "Gewählten" wollten sich das nicht bieten lassen. In Anbetracht des vorhersehbaren Schlamassels entschied
man sich, die Vereidigung klammheimlich zu vollziehen, um Schlag zwölfe und dort, wo sich Fox und Has' "Gute Nacht" sagen. Wie unfassbar romantisch. Fernsehmenschen waren trotzdem mit dabei, denn die Fernsehmenschen sind meistens Fans vom "Gewählten", eben drum. Naja, und jedenfalls erschien tags drauf ein gut gelaunter "Gewählter" in der Deputiertenkammer, denn er war ja schon vereidigt, ätschibätsch, und die Fans vom "Rechtmässigen" fanden das echt voll gemein.
Benachbarte und weniger benachbarte Staaten hatten eine Vertrauensperson geschickt. Frankreich zum Beispiel schickte Gilles de Robien. Den Bildungsminister. Aha. Okay. Was da wohl des Pudels Kern war? Die Gelegenheit einer kleinen erzieherischen Massnahme im mexikanischen Parlament, sozusagen en passant? Nein. Alles verlief ganz anders, nämlich:
Minister: Ich!... Chef, ich!... Nee, ich!... Wieso du?.... Du warst schon mal!... Gar nicht wahr!... Wohl wahr!...
Chirac: Okay, langsam. Wir machen's so: Ich stell euch eine Frage, und der Erste, der die richtige Antwort gibt, darf hin. Alles klar?
Minister: Öh...
Chirac: Welche Farbe haben blaue Augen?
Minister: Rot!... Schwarz!... Gelb!... Grün!... Butter!... Heinz Rühmann!...
Chirac (fühlt sich plötzlich müde): Gut, is nich schlimm. Gilles, du fliegst.
Minister (ausser Gilles): BOAH WIE UNFAIR!





